Die Frage nach einem „guten“ Customer Effort Score lässt sich nicht pauschal beantworten. Was als guter Wert gilt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die verwendete Skala, die Branche und der konkrete Touchpoint, der untersucht wird.
Dennoch lassen sich typische Richtwerte als erste Orientierung heranziehen:
- Werte im unteren Skalenbereich (also ein geringer Aufwand, z.B. Skalenwerte von 1 oder 2 auf einer Likert-Skala) gelten in der Regel als Indiz für einen reibungslosen, kundenfreundlichen Prozess.
- Werte im oberen Bereich (hoher Aufwand, z.B. Werte von 5-7 auf einer Likert-Skala) deuten auf erhebliche Schwierigkeiten und damit verbundene Frustration hin.
- Bei umgekehrt gepolten Skalen gilt jedoch das Gegenteil! Die Skalenrichtung sollte daher vor jeder Interpretation geprüft werden.
Wichtiger als ein einzelner Messwert ist die Entwicklung des Scores im Zeitverlauf. Ein CES-Wert, der sich über mehrere Erhebungswellen kontinuierlich verbessert oder verschlechtert, ist aussagekräftiger als eine einzelne Momentaufnahme. So lässt sich nachvollziehen, ob eingeleitete Optimierungsmaßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen.
Mehrere Faktoren beeinflussen die Vergleichbarkeit von CES-Werten:
- die Branche,
- die jeweilige Kundengruppe,
- die Art der Interaktion
- sowie der Zeitpunkt der Befragung.
Ein CES-Wert aus dem technischen Support lässt sich beispielsweise nur bedingt mit einem Wert aus dem Bestellprozess vergleichen. Ergebnisse sollten daher stets im jeweiligen Unternehmens- und Nutzungskontext interpretiert werden.
Praxis-Tipp:
Nutzen Sie CES-Werte vor allem für interne Vergleiche zwischen unterschiedlichen Touchpoints, Kundensegmenten oder Zeiträumen. So lassen sich konkrete Optimierungspotenziale identifizieren, ohne sich auf weniger belastbare externe Benchmarks verlassen zu müssen.
Unternehmen, die einen hohen CES erzielen und dessen Potenzial voll ausschöpfen, können …
- … Schwachstellen in der Customer Experience gezielt beheben,
- … die Qualität ihrer Kundeninteraktionen steigern
- … durch schnellere Problemlösungen zugleich Kosten senken.
Zufriedene Kundinnen und Kunden kaufen mit höherer Wahrscheinlichkeit erneut und sprechen positiv über das Unternehmen. Ein hoher CES kann sowohl Kundendienstkosten als auch Abwanderungsraten senken.
Umgekehrt wirkt sich auch ein niedriger Customer Effort Score unmittelbar auf die Kundenbindung aus:
- Unternehmen mit schlechten CES-Werten fehlt häufig eine solide Basis loyaler Kunden und Kundinnen.
- Loyale Kunden empfehlen das Unternehmen gegebenenfalls an Freunde und Bekannte weiter, was die Kosten für die Neukundenakquise senkt und geben tendenziell mehr aus.
- Werden Kontaktmomente dagegen als „hoher Aufwand“, „nicht einfach“ oder „zu umständlich“ empfunden, gehen genau diese Vorteile der Kundentreue verloren.