Fragetyp Einfachauswahl (Single-choice)
Die Einfachauswahl ist die simpelste aller Fragemöglichkeiten. Die Teilnehmenden können nur eine einzige von mehreren vorgegebenen Antworten wählen. Wird eine zweite Antwort angeklickt, wird die zuerst ausgewählte Antwort deaktiviert. Diese Auswahlfrage wird am häufigsten eingesetzt, vor allem zum Abfragen genereller oder demografischer Fakten. Voraussetzung für die Einfachauswahl: Alle Antworten unterscheiden sich eindeutig voneinander und sind inhaltlich überschneidungsfrei.
Beispiel: „Haben Sie schon einmal ein Produkt bei uns gekauft?“ (Ja / Nein)
Fragetyp Mehrfachauswahl (Multiple-choice)
Bei dieser Art der Auswahlfrage dürfen die Teilnehmenden mehrere Antworten auswählen. Beim Erstellen des Fragebogens wird vorab festgelegt, ob dabei beliebig viele oder nur eine bestimmte Anzahl an Antworten erlaubt sind. Zusätzlich wird meist eine Ausweichkategorie wie „weiß nicht“ oder „keine der genannten“ hinzugefügt. Diese Frageform wird verwendet, wenn auf eine Frage mehrere Merkmale zutreffen können.
Beispiel: „Welche der folgenden Produkte haben Sie schon einmal bei uns gekauft?“ (Haushalt, Gesichtspflege, Haarpflege, Kosmetik, …)

Fragetyp Drop-down-Listen
Das Dropdown-Feld ermöglicht – wie die Einfachauswahl – nur eine Antwort. Die Beantwortenden müssen die Antworten allerdings vorher ausklappen. Dies spart gegenüber der Einfachauswahl Platz auf dem Bildschirm. Bei langen Listen, bei denen die Nutzenden nach unten scrollen müssen, werden die zuerst sichtbaren Antworten tendenziell bevorzugt, wodurch das Ergebnis verfälscht werden kann. Daher sollten bei Dropdown-Feldern nur kurze Listen verwendet werden. Diese eignen sich vor allem für Fragen, mit denen eindeutige und leicht zu beantwortende Fakten abgefragt werden.
Beispiel: „Welchen unserer Standorte besuchen Sie am meisten?“
Fragetyp Rankingfrage
Rankingfragen fordern – wie andere Bewertungsfragen auch – die Befragten dazu auf, mehrere Optionen nach einer bestimmten Reihenfolge oder Präferenz zu sortieren. So lassen sich Prioritäten, Wichtigkeiten oder Vorlieben feststellen. Dabei lassen sich in der Regel keine zwei Objekte derselben Position zuordnen, was einen Nachteil darstellt, der methodisch abgewogen werden sollte. Gleichzeitig verhindert dies jedoch, dass allzu gleichförmige Bewertungen entstehen.
Beispiel: „Wie wichtig sind für Sie die folgenden Eigenschaften unserer Geschäfte? Bitte ordnen Sie die Aspekte in der Reihenfolge der Wichtigkeit an.“ – „Preis, Qualität, Einrichtung, Kundenservice, Bezahlungsgeschwindigkeit“
Fragetyp Ratingfrage
Ratingfragen bitten die Teilnehmenden, ein Objekt oder eine Aussage anhand einer festgelegten Skala zu bewerten (z.B. 1-10). Dies ist sinnvoll, um subjektive Einschätzungen oder Zufriedenheit zu messen. Diese Art der Bewertung ist intuitiv und erleichtert das Beantworten.
Beispiel: „Wie zufrieden sind Sie mit unserem Produktsortiment?“ (☆☆☆☆☆ aus 5 Sternen)
Fragetyp Skalenfragen
Ähnlich wie bei einer Ratingfrage wird beim Fragetyp Skalenfrage anstelle einer numerischen Antwortskala häufig eine verbale Skala verwendet. Diese ermöglicht den Nutzenden, eine positive oder eine negative Bewertung eines Objekts oder einer Aussage abzugeben (z.B. „trifft voll zu“ – „trifft gar nicht zu“). Eine häufig verwendete Skala ist die Likert-Skala. Diese ist meist fünf- oder siebenstufig, was bedeutet, dass es eine neutrale Antwortmöglichkeit gibt. Dies ist für die Befragten hilfreich, erhöht jedoch auch das Risiko wenig aussagekräftiger Ergebnisse. Skalenfragen werden meist zur Messung von Einstellungen, Zufriedenheit oder Zustimmung eingesetzt.
Beispiel: Bewerten Sie folgende Aussage auf einer Skala von „trifft voll und ganz zu“ bis „trifft gar nicht zu“: „Wenn ich in diese Drogerie gehe, werde ich finden, wonach ich suche.“
Fragetyp Matrixfrage
Eine Matrix- oder Tabellenfrage ist eine übersichtliche Möglichkeit, viele Bewertungsfragen zu einem Thema auf einer einheitlichen Skala abzufragen. So können mehrere Skalenfragen zu einer Frage zusammengefasst werden. Diese inhaltlich zusammenhängenden Fragen werden nach demselben Schema beantwortet. Dadurch müssen sich die Teilnehmenden nicht bei jeder Frage auf einen neuen Fragetyp einstellen. Allerdings erfordert diese Art der Frage einen hohen Vorbereitungsaufwand. Geeignet ist eine Matrixfrage beispielsweise, um das Ausmaß von Zufriedenheit, Wahrscheinlichkeit oder Zustimmung auf einer Skala abzubilden. Die Skala beinhaltet üblicherweise fünf bis acht abgestufte Antwortmöglichkeiten, zum Beispiel von „sehr zufrieden“ bis „gar nicht zufrieden“. Eine besondere Form der Matrixfrage ist die Doppelmatrix.
Beispiel: „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in einer unserer Filialen im nächsten Monat einkaufen werden?“ – „sehr wahrscheinlich“ bis „höchst unwahrscheinlich“
Die Doppelmatrix bzw. Multimatrix ist geeignet, wenn verschiedenen Bewertungsobjekten (z.B. Kosmetikmarken) Eigenschaften zugeschrieben werden sollen, von denen jedes Objekt mehrere erfüllen kann. Die Multimatrix ersetzt somit viele gleichförmige Mehrfachauswahlfragen, die man ansonsten einzeln nacheinander stellen müsste. Eine oder mehrere Spalten können dabei als „Ausweichkategorie“ definiert werden. Mehr zum Thema (Doppel-) Matrix erfahren Sie hier!
Beispiel: „Welche der folgenden Eigenschaften würden Sie den folgenden Shampoo-Marken zuordnen?“ – „L’Oréal, Schwarzkopf, Balea, Head & Shoulders“ – „duftend, pflegend, reinigend, praktisch verpackt, günstig, keine der genannten Eigenschaften“
Ausweichkategorie: Dies ist eine zusätzliche Antwortmöglichkeit in einer geschlossenen Frage, die es den Beantwortenden zulässt, keine eindeutige inhaltliche Entscheidung zu treffen.

Fragetyp Schieberegler-Fragen
Der Schieberegler entspricht im Grunde einer Matrixfrage mit vielen direkt nebeneinander platzierten Buttons sowie einer Beschriftung auf der linken und rechten Seite. Der Schieberegler wird häufig in Online-Befragungen verwendet, wenn ein optisch ansprechendes und spielerisches Element in den Frageprozess eingebracht werden soll. Ein Slider eignet sich zudem, um Meinungen abzubilden, die sich nicht in eine kleine Anzahl von Stufen unterteilen lassen, sondern eher ein Kontinuum darstellen. Dadurch erhöht sich der Auswertungsaufwand, da viele unterschiedliche Antworten möglich sind.
Beispiel: „In was für einem Verhältnis nutzen Sie unsere Läden gegenüber unserem Online Store?“ – „100% Filiale“ bis „100% Online Store“
Hinweis: Oft werden Schieberegler auch im Rahmen eines semantischen Differentials oder eines Polaritätsprofils eingesetzt, um Gegensätze (z.B. teuer – billig) zu messen.
Fragetyp Konstantsummen-Frage (Punktevergabe)
Bei der Konstantsummen-Frage müssen die Teilnehmenden eine feste Anzahl von Punkten auf die eingeblendeten Items verteilen, um diese nach ihren Vorstellungen zu gewichten oder die Verteilung einer Häufigkeit in Absolut- oder Prozentwerten anzugeben. Klassisch ist dabei das Zuordnen von Prozentzahlen zu den Antworten, deren Summe insgesamt genau 100 ergeben muss, was technisch kontrolliert wird. Diese Frageform ist allerdings recht arbeitsaufwändig für die Teilnehmenden, da sie einen hohen kognitiven Aufwand sowie meist eine Zahleneingabe per Tastatur erfordert.
Beispiel: „Wie verteilen Sie Ihre bei uns gekauften Produkte auf folgende Kategorien?“– „täglicher Gebrauch, gelegentlicher Gebrauch, seltener Gebrauch“ (Angaben jeweils in Prozent)
Konstantsumme: Eine Konstantsumme ist ein spezielles Frage- bzw. Skalierungsverfahren in Umfragen, bei dem die Befragten eine feste Gesamtsumme; beispielsweise 100 Punkte oder 100%; auf verschiedene Antwortoptionen verteilen müssen.