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Nur 12 % der Deutschen erwarten ein normales Weihnachtsfest

10.12.2020
Weihnachten mit Corona

OpinionTRAIN 2020: Rogator / exeo untersuchen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Schweden die Lebenssituation und Krisenwahrnehmung der Bevölkerung

 

Homeoffice-Tätigkeit weiter auf hohem Niveau / 26 % der Deutschen auf COVID-19 getestet / Grad der subjektiven Veränderungen und Bedrohung auf hohem Niveau / Eindeutiges Votum für die Maskenpflicht in der DACH-Region / Nur 12 % der deutschen Befragten erwarten ein „normales“ Weihnachtsfest

 

 

Nach einem relativ entspannten Sommer finden sich die meisten europäischen Länder Anfang Dezember in einer erneuten Schockstarre. Entgegen den ersten Hoffnungen bleibt die Anzahl der COVID-19-Neuinfektionen auf einem sehr hohen Niveau. Ein alarmierender Zustand, der in Deutschland bereits die Diskussion eines harten Lockdowns über Silvester bewirkt hat. Stark betroffen ist auch Schweden, das mit einer eigenen Krisenstrategie bis vor ein paar Wochen noch mit geringen Infektionszahlen aufwarten konnte. Trotz des Infektionsgeschehens ist die Krise aber für einen großen Teil der Bevölkerung weiterhin abstrakt. Die wenigsten Menschen kennen persönlich einen positiven COVID-19-Fall, nur ein geringer Teil der Bevölkerung wurde bisher auf das Virus getestet.

 

„Angesichts der hohen Infektionszahlen klingen die aktuellen Diskussionen zur Verschärfung der Kontaktregeln vor Weihnachten, um dann zum Weihnachtsfest lockere Regelungen kommunizieren zu können, wenig überzeugend. Die Bevölkerung hat sich längst mental von der Vorstellung eines einigermaßen normalen Weihnachtsfestes verabschiedet“, betont Prof. Dr. Andreas Krämer, CEO der exeo Strategic Consulting AG.

 

 

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

Homeoffice-Tätigkeit weiter auf hohem Niveau

 

Die gute Nachricht vorangestellt: Gegenüber dem 1. Lockdown geben aktuell mehr Beschäftigte an, ihrer Arbeit nach wie vor nachzugehen (64 % vs. 55 % im Apr./Mai 2020). Der Beschäftigungsgrad ist weiter hoch. In Deutschland arbeiten aktuell 22 % der Beschäftigten häufiger oder komplett von zuhause (24 % im Apr./Mai 2020). Dies deutet bereits an, dass ein Zurück zur alten Arbeitsorganisation (vor Corona) unwahrscheinlich wird. Der Blick z.B. nach Schweden zeigt teilweise Unterschiede auf: Hier ist der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice gegenüber der Vormessung (25 %) auf aktuell 32 % angestiegen.

 

26 % der Deutschen auf COVID-19 getestet

 

Insgesamt geben weniger als 30 % der Befragten an, auf Covid-19 getestet worden zu sein. Dieser Anteil liegt in Deutschland bei 26 % und damit niedriger als in den Vergleichsländern Österreich (35 %), Schweiz (31 %) und Schweden (31 %). Höhere Anteile betreffen zum einen jüngere Menschen, zum anderen Personen mit Tätigkeit im Gesundheitssystem. In Deutschland geben zudem zwei Drittel der Befragten an, persönlich keine Personen zu kennen, die positiv auf das Virus getestet wurden. Obwohl Corona eine extrem hohe Relevanz in der öffentlichen Diskussion und starke Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, bleibt es doch für viele abstrakt, direkt kaum greifbar.

 

Grad der subjektiven Veränderungen und Bedrohung auf hohem Niveau

 

Im Länder-Vergleich ist die gemessene subjektive Veränderung in Deutschland und Österreich am größten. In Österreich geben fast 50 % der Befragten an, die persönlichen Veränderungen durch die Corona-Krise als stark einzuschätzen. In Deutschland ist der subjektive Grad der Veränderungen durch die Corona-Krise (43 %) ähnlich hoch wie im Frühjahr (44 %). Ein leichter Anstieg ist bei der subjektiven Bedrohung („Wie stark fühlen Sie sich bzw. Ihre Familie persönlich durch die Corona-Krise bedroht?“) erkennbar (33 % vs. 28 % im Apr./Mai 2020 in Deutschland). Im Vergleich zum Apr./Mai 2020 zeigt die Bevölkerung in Österreich aktuell eher eine kritischere Bewertung der Corona-Krise sowohl hinsichtlich der wahrgenommenen Veränderungen als auch der persönlich empfundenen Bedrohungen.

 

Eindeutiges Votum für die Maskenpflicht in der DACH-Region

 

Längst ist der Mund-Nasen-Schutz zu DEM SINNBILD der Corona-Krise geworden. Die aktuellen Befragungsergebnisse bestätigen ein relativ eindeutiges Votum für die Maskenpflicht in der DACH-Region. In Deutschland kommt das Statement „Wenn Maskenpflicht besteht, halte ich diese immer ein“ auf eine Zustimmung von 78 % (4 % Ablehnung). Die Einführung der Maskenpflicht wird von 65 % der Befragten für sinnvoll gehalten (13 % Ablehnung). Kritisch betrachtet wird in diesem Zusammenhang allerdings das falsche Tragen des Mund-Nasen-Schutzes (38 % beobachten ein falsches Tragen bei vielen Personen) und die fehlende durchgehende Anwendung der Maskenpflicht (nur 34 % beobachten, dass die Maskenpflicht immer eingehalten wird). Bei anderen Kontaktmaßnahmen, z.B. die Kontaktbeschränkungen im Gastronomie-Bereich ist die Akzeptanz in der Bevölkerung eher eingeschränkt (41 % halten diese für wichtig). Die Untersuchungsergebnisse für Schweden, welches auf umfangreiche „harte“ Kontaktregeln und Maskenpflicht verzichtet, zeigt eine positive Bewertung zur Maskenpflicht für einzelne Teilbereiche des Lebens.

 

Nur 12 % der deutschen Befragten erwarten ein „normales“ Weihnachtsfest

 

Dem Statement „Ich glaube, dass wir in diesem Jahr ein „normales“ Weihnachtsfest ohne Einschränkungen feiern können“ stimmen nur 12 % der Deutschen zu. Fast 60 % sind gegenteiliger Ansicht. Tendenziell gilt diese Aussage auch für die Nachbarländer Österreich und Schweiz. Darin kommt zum Ausdruck, dass sich die meisten Menschen von der Vorstellung üblicher Weihnachtsfeiern mit vielen Besuchen innerhalb der Familie verabschiedet haben. Im Großen und Ganzen bestätigt die zweite Erhebung im Rahmen von OpinionTRAIN ein nachhaltig hohes Vertrauen in die durch die Regierung verabschiedeten Kontaktbeschränkungen. Allerdings wird auch erkennbar, dass sich die Sorgen der Bevölkerung hinsichtlich der Auswirkungen auf die Wirtschaft in der DACH-Region vergrößern.

 

„Die Studienergebnisse belegen, dass die in der Öffentlichkeit teilweise heftig artikulierten Zweifel an den Maßnahmen der Regierung in der Corona-Krise nur von einem relativ kleinen Teil der Gesellschaft getragen werden. Nachholbedarf zeigt sich aber in der Stringenz der Umsetzung und Kontrolle (Maskenpflicht) sowie bei der Kommunikation und Erklärung von Maßnahmen (z.B. in der Gastronomie)“, resümiert Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG und Co-Autor der aktuellen Studie OpinionTRAIN.

 

 

 

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