Arbeit 4.0: Flexibilität vs. Stabilität

09.03.2018
Flexibilitaet vs. Stabilitaet

Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland konkurrieren Unternehmen immer häufiger um junge Talente und bereits gewonnene Fachkräfte. Um sie langfristig im Unternehmen zu halten, muss der Arbeitgeber von morgen sich einiges einfallen lassen. Inzwischen richten sich diese Bemühungen überwiegend auf die Generation Y. Unternehmen müssen sich dieser Arbeitnehmergruppe nähern, versuchen sie zu verstehen und die Arbeitsbedingungen möglichst an deren Anforderungen auszurichten. Dabei ist nicht nur die Rede von Start-Ups, sondern auch von etablierten Unternehmen. Doch was steckt eigentlich genau hinter dem Begriff Generation Y? Was wollen die Arbeitnehmer der Zukunft und vor allem: Was erwarten sie von einem Arbeitgeber?

 

 

Wer ist die Generation Y?

 

Unter der Generation Y, oder Millennials, werden die Personen zusammengefasst, die zwischen den Jahren 1980 und 2000 geboren wurden. Das Y leitet sich von dem englischen Wort „why“ = „warum“ ab. Dieser Generation wird zugeschrieben, Strukturen und Gegebenheiten verstärkt zu hinterfragen. Gleichzeitig zählen Personen dieser Alterskohorte zur ersten Generation der Digital Natives, die bereits mit den neuen digitalen Medien aufgewachsen sind.

 

Verschiedene Studien charakterisieren diese Generation als selbstbewusst aufgrund ihrer Ausbildung und Flexibilität, individuell und beruflich ehrgeizig. Gleichzeitig streben sie aber auch nach einem ausgeglichenen Verhältnis von Arbeit und Privatleben.

 

Durch die Vielzahl an Möglichkeiten, die dieser Generation offenstehen, wird ihnen ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Selbstständigkeit abverlangt, was nicht selten zu Verunsicherung führt. Dennoch sind sie sich ihrer Position am Arbeitsmarkt auch bewusst und wählen ihre Arbeitgeber kritisch nach ihren persönlichen Kriterien aus.

 

 

Anforderungen an die Arbeitgeber der Zukunft

 

In den meisten Unternehmen hat bereits ein Umdenken eingesetzt. (Potenzielle) Mitarbeiter werden nicht mehr nur (wie in früheren Zeiten) als „Rädchen“ in der Unternehmensmaschinerie oder als austauschbare Erfüllungsgehilfen angesehen, sondern gleichsam als „Kunden“ mit individuellen Anforderungen. Erfolgreiche Unternehmen haben erkannt, dass sie nur dann leistungsfähig bleiben können, wenn sie diesen Anforderungen gerecht werden und ihre Arbeitsbedingungen möglichst ideal auf die Bedürfnisse der benötigten Fachkräfte ausrichten.

 

Aber was will der Mitarbeiter der Zukunft und wie können Arbeitgeber dem nachkommen?

Flexibilität

Davon ausgehend, dass die verbreitete Charakterisierung der Generation Y korrekt sind und die zukünftigen Arbeitnehmer größten Wert auf die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf legen, ist eines der wichtigsten Kriterien die Flexibilität.

 

Im Zusammenhang mit der Work-Life-Balance ist hier in erster Linie die zeitliche Flexibilität, also das Angebot von flexiblen Arbeitszeitmodellen (Gleitzeit, reduzierte Wochenstunden, Möglichkeit eines Sabbaticals etc.) zu nennen. Doch für die Generation Y ist gleichermaßen auch die inhaltliche Flexibilität von Bedeutung. So individuell wie der Lebensstil soll auch die berufliche Karriere gestaltbar sein, zum Beispiel durch Weiterbildungen, Umschulungen oder (innerbetriebliche) Wechsel.

 

Ein weiteres Mittel zur Flexibilisierung des Arbeitsumfelds stellt auch die Möglichkeit des mobilen Arbeitens dar. Hat der Mitarbeiter neben der zeitlichen Flexibilität noch die Möglichkeit räumlich mobil, also z.B. im Homeoffice oder von anderen Tele-Arbeitsplätzen aus seine Aufgaben zu erledigen, ist die Arbeit noch individueller gestaltbar.

 

Selbstverständlich sind die oben beschriebenen Flexibilisierungs-Modelle nicht für alle Branchen, Unternehmen und Tätigkeiten gleichermaßen umsetzbar. Dennoch ist es ratsam, die Möglichkeiten zu prüfen und den Mitarbeitern soweit möglich individuelle Gestaltung zu bieten.

 

Voraussetzung für den Einsatz solcher Modelle ist immer Vertrauen seitens des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern. Flexible Arbeitsstrukturen reduzieren zwar die Kontrollmöglichkeiten, können aber positive Effekte auf die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter haben. Zukunftsorientierte Unternehmen legen den Fokus mehr auf Resultate als auf die geleistete Arbeitszeit.

 

Trotz aller Vorteile, die ein flexibles Arbeitsumfeld offeriert, löst auch dieses Modell bei nicht wenigen Menschen Befürchtungen aus. So bedeutet räumlich und zeitlich flexibles Arbeiten zwar auf der einen Seite mehr Freiräume, auf der anderen Seite bringt diese Arbeitsweise mit sich, dass der Arbeitnehmer jederzeit und überall erreichbar und arbeitsfähig ist. Nicht selten erwartet der Arbeitgeber die ständige Erreichbarkeit, sodass die Erholung in der Freizeit eingeschränkt wird. Häufig wird der immer weiter voranschreitende Trend der ständigen Erreichbarkeit mit den sich häufenden Fällen von Überlastung und Burnout in Verbindung gebracht. Dies mag mit der Grund dafür sein, dass unter Arbeitnehmern vermehrt wieder der Wunsch nach Stabilität und klaren Strukturen laut wird.

 

 

Stabilität

 

Während für den Einen die Vielzahl an Perspektiven in der Arbeitswelt spannend ist, löst sie beim Anderen Verunsicherung aus. War es in der Eltern-Generation der Millennials noch üblich, ein Leben lang für dasselbe Unternehmen zu arbeiten, so ist dies heutzutage die Ausnahme. Vielmehr wird von einem modernen Arbeitnehmer erwartet, im Zuge der eigenen Selbstverwirklichung die berufliche Laufbahn individuell gestalten zu können. Mit der damit gewonnenen Flexibilität wächst aber auch die Eigenverantwortung und die Unsicherheit. Daher sehnen sich immer mehr junge Arbeitnehmer wieder in die Zeit zurück, als stabile Strukturen eine Planungssicherheit boten. Unterschiedliche Arbeitsmodelle kennenlernen und damit Erfahrungen sammeln, mag zu Beginn der Arbeitskarriere noch interessant sein. Doch spätestens, wenn die Familienplanung ansteht, wächst meist der Wunsch nach Stabilität, selbst wenn dafür einige Freiheiten aufgegeben werden müssen. Wichtiger als die persönliche Freiheit ist für viele ein sicherer Arbeitsplatz mit regelmäßigem Einkommen.

 

Doch nicht nur eine mögliche Familienplanung kann den Wunsch nach Stabilität wecken. Auch für ein erfülltes und ausgeglichenes Privatleben ohne eigene Familie kann ein zu hohes Maß an (geforderter) Flexibilität schädlich sein. So ist ein großes Ziel vieler Berufseinsteiger zunächst einmal einen unbefristeten Vertrag zu erhalten. Auch die Unsicherheit bezüglich einer adäquaten Rente und die Notwendigkeit, sich frühzeitig und privat darum zu kümmern, macht den traditionellen Karriereweg wieder attraktiv. Selbständigkeit, Jobhopping oder zwischenzeitliche Auszeiten rücken unter diesen Gesichtspunkten in den Hintergrund.

 

Auch für die Mitarbeitermotivation und Leistungsfähigkeit ist Veränderung und Wandel im Arbeitsumfeld nur unter bestimmten Voraussetzungen zuträglich. Das Arbeiten in einem dynamischen und digitalisierten Umfeld fördert grundsätzlich die Innovationskraft und Reaktionsfähigkeit des Unternehmens. Allerdings besteht das Risiko, dass neue Technologien die Mitarbeiter überfordern kann, da oftmals entsprechende Vorbereitungen zu kurz kommen. Äußerst demotivierte Mitarbeiter, die den Wunsch nach (alten) verlässlichen Strukturen und Prozessen haben, sind eine mögliche Folge. Nicht zuletzt kann von neuen Technologien eine Bedrohung für den eigenen Arbeitsplatz ausgehen.

 

 

Bedürfnisse ermitteln durch eine Mitarbeiterbefragung

 

In zahlreichen von uns durchgeführten Mitarbeiterbefragungen hat sich immer wieder herausgestellt, dass die Möglichkeit zur Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle und eine ausgewogene Work-Life-Balance von großer Wichtigkeit für die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist. Ebenso wird aber auch der Sicherheit des Arbeitsplatzes und anderen stabilitätsfördernden Aspekten häufig große Bedeutung zugemessen.

 

Ob in Ihrer Belegschaft der Wunsch nach Flexibilität oder nach Stabilität stärker ausgeprägt ist, erfahren Sie, indem Sie die Bedürfnisse erfragen. Sei es im Rahmen einer klassischen Mitarbeiterbefragung oder als eigenständige themenspezifische Mitarbeiterbefragung. Mit diesem Instrument können Sie den aktuellen Flexibilisierungsgrad in Ihrem Unternehmen und den Umgang der Mitarbeiter exakt messen. Bei Bedarf kann man Möglichkeiten ermitteln, wie im Unternehmen ein passendes Verhältnis von Flexibilität und Stabilität etabliert werden kann.

 

Wird der Fragebogen entsprechend angelegt, kann eine solche Befragung zusätzlich Input für die Ausgestaltung Ihres Employer Brandings liefern. In der Regel wird am Ende immer ein Kompromiss von klaren, aber dennoch flexiblen Strukturen anzustreben sein. Dieser sollte jedoch in seinen jeweiligen Ausprägungen an den Bedürfnissen der – sowohl langjährigen, als auch jungen – Mitarbeiter ausgerichtet werden.

 

 

Fazit: Die Generation Y mit einer Mitarbeiterbefragung erreichen

 

 

Die Generation Y fragt nicht nur viel, sie möchte auch gefragt werden. Eine Mitarbeiterbefragung ist der ideale Weg um herauszufinden, was für Ihre Mitarbeiter wirklich wichtig ist und wie Sie auf die „neue Generation“ im Arbeitsmarkt eingehen können. Durch die Befragung sagen Sie aus: „Mich interessiert, was meine Mitarbeiter denken.“ Auf diese Weise vermitteln Sie Wertschätzung und Interesse am Wohlbefinden Ihrer Angestellten und machen gleichzeitig das Unternehmen fit für die Arbeitswelt 4.0

 

 

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