Wenn die eigene Kundendatenbank für eine geplante Kundenbefragung nicht ausreicht oder gezielt Personen außerhalb des eigenen Kundenkreises befragt werden sollen, führt der Weg häufig über ein Online-Access-Panel.

Dieser Beitrag erklärt, was ein Online-Access-Panel auszeichnet, welche Vor- und Nachteile es gegenüber einem eigenen Panel hat und wie eine Studie damit Schritt für Schritt abläuft. Außerdem erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.

 

Inhaltsverzeichnis

    1. Was ist ein Online-Access-Panel?
    2. Vorteile eines eignen Online-Panels
    3. Nachteile eines Online-Access-Panels
    4. Wie läuft eine Studie mit einem Online-Access-Panel ab?
    5. Was kostet eine Befragung mit einem Online-Access-Panel?
    6. Mögliche Unterstützung bei Online-Access-Panels durch Rogator
    7. Häufige Fragen zum Online-Access-Panel
    8. Weitere Artikel zum Thema Online-Panel

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Mit einem Online-Access-Panel mieten Sie Umfrageteilnehmer und -teilnehmerinnen aus dem Pool eines externen Anbieters und erreichen damit auch Zielgruppen außerhalb Ihres eigenen Kundenkreises.
  • Ihre Stichprobe steht oft schon innerhalb weniger Tage bereit, ohne dass Sie selbst rekrutieren oder ein Panel pflegen müssen.
  • Rechnen sollten Sie ggf. mit eingeschränkter Repräsentativität und incentive-getriebenem Antwortverhalten; planen Sie deshalb Screening und Datenbereinigung fest ein.
  • Eine Studie mit einem Online-Access-Panel gliedert sich in sieben Schritte, von der Feasibility-Prüfung über Soft Launch und Feldphase bis zur Auswertung.
  • Die Kosten fallen pro abgeschlossenem Interview an und richten sich nach Fragebogenlänge, Seltenheit Ihrer Zielgruppe und Stichprobengröße.

 

 

Was ist ein Online-Access-Panel?

Ein Online-Access-Panel ist ein Pool von Personen, die sich bei einem Panel-Anbieter registriert haben, um gegen eine Vergütung regelmäßig an Online-Befragungen teilzunehmen. Unternehmen mieten für ihre Studie geeignete Umfrageteilnehmer aus diesem Pool, die sie nach zuvor definierten Merkmalen wie Alter, Beruf oder Konsumverhalten ausgewählt haben.

Die wichtigsten Merkmale eines Online-Access-Panels im Überblick:

  • Das Online-Access-Panel wird von einem externen Anbieter betrieben, der sich um Rekrutierung, Administration und Incentivierung der Panelisten kümmert.
  • Die Mitglieder nehmen freiwillig teil und werden pro Befragung belohnt, etwa mit Punkten, Gutscheinen oder kleinen Geldbeträgen.
  • Zu jedem Mitglied sind Profildaten hinterlegt, was eine gezielte Stichprobenziehung nach den gewünschten Merkmalen ermöglicht.
  • Viele Online-Access-Panels umfassen mehrere zehntausend bis hunderttausend Mitglieder, teils in mehreren Ländern.

Wichtig ist die Abgrenzung zum eigenen Online-Panel:

  • Ein Online-Access-Panel ist ein breit angelegter, anbietereigener Teilnehmerpool, auf den wechselnde Auftraggeber zugreifen.
  • Ein eigenes Online-Panel ist dagegen ein unternehmenseigener Teilnehmerkreis, meist aus den eigenen Kunden aufgebaut, der dauerhaft und exklusiv für die wiederholte Befragung derselben Zielgruppe zur Verfügung steht.

 

 

Die Vorteile eines Online-Access-Panels

Der größte Vorteil eines Online-Access-Panels liegt in der unmittelbaren Verfügbarkeit von Befragten. Das sind die relevantesten:

  • Schneller Zugriff auf Umfrageteilnehmer: Eine gewünschte Stichprobe steht oft innerhalb weniger Tage, ohne dass das Unternehmen selbst Teilnehmende rekrutieren muss.
  • Zielgruppen außerhalb des eigenen Kundenkreises: Auch Nichtkunden und -kundinnen, Wettbewerberkunden sowie -kundinnen oder potenzielle Käufer lassen sich befragen – also genau die Personengruppen, zu denen im eigenen CRM keine Kontakte vorliegen.
  • Ausgelagerte Administration: Pflege, Rekrutierung und Incentivierung der Panelisten übernimmt der Anbieter, sodass im eigenen Haus kein dauerhafter Betreuungsaufwand entsteht.
  • Gezielte Auswahl nach Merkmalen: Über die hinterlegten Profildaten, Screening-Fragen und Quoten lassen sich auch spezifischere Zielgruppen zusammenstellen, etwa berufstätige Eltern oder Entscheider und Entscheiderinnen in bestimmten Branchen.

 

 

Die Nachteile eines Online-Access-Panels

Trotz der offensichtlichen Vorteile sind auch kritische Aspekte mitzubedenken, die bei der Interpretation der Ergebnisse und bei der langfristigen Planung ins Gewicht fallen könnten:

  • Eingeschränkte Repräsentativität: Panelisten registrieren sich selbst und sind damit eine Auswahl besonders umfragebereiter Onliner. Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit sind deshalb nur mit Vorsicht möglich.
  • Incentive-getriebenes Antwortverhalten: Ein Teil der Befragten nimmt vor allem der Vergütung wegen teil. Das begünstigt sogenannte Speeder, Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die eine Umfrage schnell durchklicken, ohne die Fragen oder Antwortoptionen sorgfältig zu lesen. Auch taktisches Antworten in Screening-Fragen tritt auf. Eine sorgfältige Qualitätskontrolle ist hier angeraten.
  • Kein direkter Draht zur eigenen Zielgruppe: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bleiben anonyme Kontakte des Anbieters. Dieselben Personen lassen sich später kaum erneut befragen, wodurch Follow-up-Studien und Trackings mit identischer Teilnehmerbasis praktisch ausscheiden.
  • Wiederkehrende Kosten pro Projekt: Jede einzelne Teilnahme wird bezahlt. Bei regelmäßigem Befragungsbedarf oder seltenen Zielgruppen summieren sich die Kosten schnell, während ein eigenes Panel nach dem Aufbau deutlich günstigere Wiederholungsbefragungen erlaubt.

 

 

Wie läuft eine Studie mit einem Online-Access-Panel ab?

Der Ablauf einer Studie mit einem Online-Access-Panel lässt sich in sieben Schritte gliedern:

  1. Ziel und Zielgruppe festlegen: Am Anfang stehen die konkrete Fragestellung und die Entscheidung, die die Studie stützen soll. Daraus leiten sich dann die Zielgruppenmerkmale ab, die später die Stichprobenziehung steuern.
  2. Durchführbarkeit (Feasibility) beim Panel-Anbieter prüfen: Vor der Beauftragung wird geklärt, ob genügend Personen mit den gewünschten Merkmalen im Panel vertreten sind. Sind die relevanten Merkmale beim Anbieter bereits in den Profilen erfasst, geht die Prüfung zügig, andernfalls muss er die erreichbare Fallzahl erst abschätzen.
  3. Fragebogen erstellen, inklusive Screening-Fragen und Quoten: Screening-Fragen am Beginn des Fragebogens prüfen die Zugehörigkeit zur Zielgruppe und sollten so formuliert sein, dass sich die richtigen Antworten nicht erraten lassen. Über Quoten wird zugleich die gewünschte Zusammensetzung der Stichprobe gesichert.
  4. Soft Launch zum Testen: Zunächst erhält nur ein kleiner Teil der Panelisten die Einladung. Anhand der ersten Teilnahmen werden Screening, Inzidenz und technischer Ablauf geprüft, bevor die Befragung in die Breite geht.
  5. Feldphase mit laufender Kontrolle der Quoten: Der Anbieter versendet die Einladungen sukzessive, bis die gewünschte Teilnehmerzahl erreicht ist. In regelmäßiger Abstimmung werden Einladungen für einzelne Personengruppen verstärkt oder gestoppt, sobald deren Quote gefüllt ist.
  6. Datenbereinigung: Nach Feldende werden auffällige Datensätze entfernt, etwa Speeder mit unrealistisch kurzer Bearbeitungszeit oder Fälle mit widersprüchlichen Antworten. Bewährt hat sich die Kombination aus automatischen Prüfregeln und manueller Kontrolle.
  7. Auswertung und Ergebnisse: Die bereinigten Daten werden analysiert, idealerweise auch im Vergleich relevanter Teilgruppen. Am Ende steht die Antwort auf die eingangs definierte Fragestellung samt ableitbarer Empfehlung.

 

Was kostet eine Befragung mit einem Online-Access-Panel?

Abgerechnet wird üblicherweise pro vollständig abgeschlossenem Interview. Die Preise variieren dabei erheblich, denn sie hängen vor allem von drei Faktoren ab:

  • der Länge des Fragebogens,
  • der Seltenheit der gewünschten Merkmale und
  • der Größe der Gesamt-Stichprobe.

In sehr einfachen Fällen, etwa bei kurzen Befragungen breiter Bevölkerungsgruppen, beginnen die Preise bei etwa 1,70 Euro pro Interview. Bei komplizierten Merkmalskombinationen, also schwer erreichbaren Zielgruppen mit niedriger Inzidenz, kann der Preis pro Interview durchaus zweistellig werden. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für weitere Dienstleistungen des Panel-Anbieters, etwa Übersetzungen, Programmierung oder zusätzliche Datenprüfungen.

 

 

Mögliche Unterstützung bei Online-Access-Panels durch Rogator

Vorab zur Einordnung: Wir betreiben selbst kein Online-Access-Panel.

Als Full-Service-Dienstleister unterstützen wir Sie jedoch bei der Abwicklung Ihrer Studie mit einem externen Panel, von der Auswahl des passenden Anbieters über die Kommunikation und die Preisverhandlungen bis zur Rekrutierung schwieriger Zielgruppen, bei der wir auf langjährige Kooperationen zurückgreifen. Dabei achten wir auf höchste Datenschutzstandards bei uns und unseren Partnern. Fehlen Ihnen die internen Kapazitäten, programmieren wir auch die passende Online-Umfrage für Sie oder übernehmen modular das gesamte Projektmanagement bis zur Auswertung.

Bei wiederkehrendem Befragungsbedarf lohnt sich zudem der Blick auf die Alternative mit den deutlich größeren Gestaltungsmöglichkeiten: der Aufbau eines eigenen Online-Panels. Damit befragen Sie exakt Ihre Zielgruppe, behalten die volle Datenhoheit, können dieselben Teilnehmenden wiederholt einladen und führen Folgebefragungen zu einem Bruchteil der Kosten durch. Als Dienstleister für Full-Service-Kundenbefragungen begleiten wir Sie beim Aufbau eigener Kunden-, Mitarbeiter- oder Expertenpanels von der Konzeption über die Rekrutierung bis zur laufenden Administration.

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Häufige Fragen zum Online-Access-Panel

Was passiert, wenn die gewünschte Zielgruppe im Online-Access-Panel nicht ausreichend vertreten ist?

Dann lässt sich die geplante Stichprobe nicht oder nur mit erheblichem Aufwand erreichen. Genau deshalb steht die Feasibility-Prüfung am Anfang jeder Studie: Zeigt sie Engpässe, können mehrere Panels kombiniert, die Zielgruppenkriterien angepasst oder alternative Erhebungswege geprüft werden.

Warum wird zu Beginn der Feldphase ein Soft Launch durchgeführt?

Der Soft Launch dient als Testlauf unter Realbedingungen. Anhand der ersten Teilnahmen wird bestätigt, dass die Screening-Fragen zuverlässig filtern und der Fragebogen technisch einwandfrei läuft. Außerdem wird geprüft, ob die Inzidenz den Erwartungen entspricht, Fragen korrekt verstanden werden und ob insbesondere offene Fragen aussagekräftige Antworten liefern. Probleme lassen sich so korrigieren, bevor das volle Budget eingesetzt wird.

Wie wird die Datenqualität bei einem Online-Access-Panel sichergestellt?

Über mehrere Stufen: Durchdachte Screening-Fragen verhindern taktisches Antworten, Quoten sichern die gewünschte Zusammensetzung der Stichprobe und in der Datenbereinigung werden auffällige Fälle wie Speeder oder widersprüchliche Antworten entfernt. Bewährt hat sich dafür die Kombination aus automatischen Prüfregeln und manueller Kontrolle.

Wann ist ein eigenes Online-Panel die bessere Wahl?

Sobald regelmäßig Befragungen anstehen, dieselben Personen wiederholt befragt werden sollen oder die eigene Zielgruppe im Mittelpunkt steht. Ein eigenes Panel bietet volle Datenhoheit, den direkten Draht zu den Teilnehmern sowie Teilnehmerinnen und deutlich günstigere Folgebefragungen, erfordert dafür aber einen einmaligen Aufbau und laufende Pflege.

 

 

Weitere Artikel zum Thema Online-Panel

Vertiefende Informationen rund um Panels finden Sie in diesen Beiträgen:

  • Panelbefragung: Grundlagen, Einsatzgebiete und Methodik von Befragungen im Panel
  • Kundenpanel: Was ein eigenes Kundenpanel auszeichnet und wann es sich lohnt
  • Panel-App: Welche Vorteile eine App für Panelbetreiber und Teilnehmer bietet
  • Panelstudie: Wie Panel-Studien Schritt für Schritt durchgeführt werden
  • Panelmortalität: Wie Sie die Motivation von Panelisten langfristig aufrechterhalten