Eine Übersicht der Kundenkontaktpunkte allein reicht nicht aus. Erst wenn Unternehmen wissen, welche Touchpoints relevant sind, wie sie erlebt werden und welchen Einfluss sie haben, lassen sich daraus konkrete Verbesserungsmaßnahmen ableiten.
1. Ziele und Fragestellungen festlegen
Zu Beginn wird definiert, was die Touchpoint-Analyse konkret herausfinden oder verbessern soll.
Mögliche Fragestellungen sind beispielsweise:
- An welchen Kontaktpunkten entstehen negative Kundenerlebnisse?
- Welche Touchpoints beeinflussen die Kaufentscheidung besonders stark?
- Welche Kontaktpunkte werden von der Kundschaft besonders häufig genutzt?
- Wo entstehen Abbrüche oder unnötige Hürden in der Customer Journey?
- Welche Touchpoints tragen besonders stark zu Kundenzufriedenheit und Kundenbindung bei?
Auch die Zielgruppe und die betrachtete Customer Journey sollten festgelegt werden. Anschließend werden passende Erfolgskriterien und Kennzahlen wie NPS®, CES, Conversion Rate oder Wiederkaufsrate definiert, um die Kundenzufriedenheit messen zu können.
2. Alle relevanten Touchpoints identifizieren
Zunächst wird der Ist-Zustand der Customer Journey erfasst und alle relevanten Kundenkontaktpunkte werden identifiziert. Dabei sollten digitale, physische, persönliche und indirekte Touchpoints berücksichtigt werden – von Website und Social Media über Beratung und Kundenservice bis hin zu Bewertungen und Empfehlungen.
Für eine möglichst vollständige Bestandsaufnahme empfiehlt sich die Kombination verschiedener Datenquellen:
- Kundenbefragungen und Mitarbeiterinterviews
- Interne Workshops
- CRM- und Servicedaten
- Web- und Nutzungsdaten
- Bewertungen und Social Media
Entscheidend ist die Verbindung von Unternehmens- und Kundenperspektive: Interne Daten zeigen, wie Prozesse vorgesehen sind; Kundenfeedback zeigt, wie sie tatsächlich erlebt werden.
3. Touchpoints strukturieren und einordnen
Nach der Erfassung werden die Touchpoints übersichtlich geordnet. So werden Zusammenhänge, Lücken und Muster sichtbar und die spätere Bewertung wird erleichtert.
Mögliche Kriterien sind:
- Customer Journey: Awareness, Consideration, Kauf, Nutzung, Service, Loyalität
- Kanal: digital, physisch oder persönlich
- Steuerbarkeit: steuerbar oder nicht steuerbar
- Kontaktart: direkt oder indirekt
- Funktion: Information, Kauf, Service oder Bindung
Eine Customer Journey Map oder Touchpoint-Matrix kann die Einordnung unterstützen. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Touchpoints, sondern ihre Bedeutung innerhalb der Customer Journey.
4. Touchpoints systematisch bewerten
Nun wird geprüft, wie relevant und wirksam die einzelnen Touchpoints aus Sicht der Kundschaft sind.
Wichtige Bewertungskriterien sind:
- Relevanz und Nutzungshäufigkeit
- Zufriedenheit
- Einfluss auf Kaufentscheidung und Kundenbindung
- Aufwand für die Kundschaft
- Verbesserungspotenzial
Für die Bewertung lassen sich Kundenbefragungen, Interviews und Kennzahlen wie CSAT, NPS® oder CES kombinieren. So wird nicht nur sichtbar, wie ein Touchpoint bewertet wird, sondern auch, welche Gründe dahinterstehen.
Besonders wichtig sind Kontaktpunkte, die hohe Relevanz mit einer schlechten Bewertung verbinden. Sie bieten häufig das größte Optimierungspotenzial.
5. Maßnahmen priorisieren und umsetzen
Aus den Ergebnissen werden konkrete Optimierungsmaßnahmen abgeleitet. Priorisiert werden sollten vor allem Touchpoints mit hoher Relevanz, deutlichem Verbesserungsbedarf und großem Einfluss auf die Customer Experience.
Besonders interessant sind Touchpoints,
- die für die Kundschaft eine hohe Bedeutung haben,
- bei denen die Zufriedenheit deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt,
- die einen starken Einfluss auf Kaufentscheidung oder Kundenbindung besitzen,
- und bei denen sich mit vertretbarem Aufwand Verbesserungen erreichen lassen.
Dabei können kurzfristig umsetzbare Quick Wins von langfristigen Optimierungsprojekten unterschieden werden. Für jede Maßnahme sollten Verantwortlichkeiten und Erfolgskriterien festgelegt werden. Eine anschließende Erfolgskontrolle zeigt, ob sich die Wahrnehmung der Kundschaft und relevante Kennzahlen tatsächlich verbessern.