OpinionTRAIN© zeigt: 71 % der befragten Beschäftigten können sich zu Hause besser konzentrieren, 73 % erleben weniger Unterbrechungen. Gleichzeitig nimmt das Teamgefühl mit steigender Homeoffice-Nutzung nicht automatisch ab.

Die Mehrheit der Befragten sehen bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (58 %) und höhere Flexibilität (39 %) als größten Mehrwert des Homeoffice / 71% der befragten Beschäftigten können sich im Homeoffice besser konzentrieren / 68 % der Befragten können sich im Homeoffice besser organisieren, 73 % erleben dort weniger Unterbrechungen als im Büro / Mehr Homeoffice bedeutet nicht zwangsläufig ein schwächeres Teamgefühl / Nicht-Nutzende erwarten Isolation deutlich häufiger, als Homeoffice-Nutzende sie tatsächlich erleben / Innovation und Kreativität lässt sich nicht eindeutig einem Arbeitsort zuordnen

Wie sieht die Arbeitswelt von morgen aus? Die Frage ist längst nicht mehr nur, wo gearbeitet wird, sondern wie sich Arbeit durch Homeoffice verändert. Eine aktuelle Studie der Rogator AG in Kooperation mit der comrecon brand navigation KG zeigt vielmehr, dass Homeoffice vor allem als Gewinn an Flexibilität und Vereinbarkeit erlebt wird. Auch für die Arbeitsqualität sehen die befragten Beschäftigten Vorteile: Ruhe und Fokus erleichtern aus ihrer Sicht konzentriertes Arbeiten. Gleichzeitig widerlegt die Studie einige verbreitete Annahmen: Mehr Homeoffice geht nicht automatisch mit weniger Teamgefühl einher und auch bei der Frage, wo neue Ideen besser entstehen, zeigt sich kein eindeutiger Vorteil für Büro oder Homeoffice. Homeoffice verändert damit mehr als den Arbeitsort – es verändert, wie Arbeit erlebt und organisiert wird.

„Die Ergebnisse sprechen gegen einfache Antworten auf die Homeoffice-Debatte. Weder ist das Büro automatisch der bessere Ort für Zusammenarbeit, noch ist Homeoffice nur für konzentrierte Einzelarbeit geeignet.“

„Entscheidend sind die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten. Für Unternehmen heißt das: weniger über Anwesenheit und mehr über Aufgaben, Kommunikation und Arbeitsqualität nachzudenken.“

Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG und Co-Autor der Studie OpinionTRAIN©

 

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

 

KEY FINDINGS

  1. Homeoffice verschiebt die Kontrolle über Arbeit: Beschäftigte gewinnen mehr Gestaltungsspielraum über Zeit, Rhythmus und Arbeitsbedingungen.

  2. Weniger Unterbrechungen, mehr Fokus: Homeoffice wird als Raum für konzentriertes und selbstorganisiertes Arbeiten erlebt.

  3. Räumliche Distanz ist nicht gleich soziale Distanz: Mehr Homeoffice geht nicht automatisch mit weniger Teamgefühl einher.

 

Vereinbarkeit und Flexibilität erweisen sich als zentrale Mehrwerte des Homeoffice.

Für die befragten Beschäftigten ist Homeoffice vor allem mit einem Gewinn an Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und persönlichem Gestaltungsspielraum verbunden. 58 % nennen die bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben als größten Mehrwert. 39 % verbinden Homeoffice mit mehr Freiheit, weitere 36 % mit höherer Effizienz. Damit stehen weniger der reine Arbeitsort als vielmehr die Möglichkeiten im Vordergrund, die sich durch das Arbeiten von zu Hause für die persönliche Gestaltung des Arbeitsalltags ergeben.

Die psychosemiotische Analyse zeigt, dass hinter Begriffen wie Vereinbarkeit, Freiheit und Flexibilität ein gemeinsames Motiv liegt: Selbstbestimmung. Homeoffice wird als Möglichkeit erlebt, wieder stärker darüber verfügen zu können, wann, wie und unter welchen Bedingungen gearbeitet wird. Der Gewinn liegt damit nicht allein in einer besseren Organisation von Beruf und Privatleben, sondern in einem größeren Gefühl von Kontrolle über den eigenen Alltag.

„Hinter Vereinbarkeit und Flexibilität steckt psychologisch ein noch grundlegenderes Bedürfnis: Selbstbestimmung. Homeoffice gibt Beschäftigten ein Stück Kontrolle über Zeit, Rhythmus und Arbeitsbedingungen zurück.“

„Der eigentliche Gewinn ist deshalb nicht nur organisatorische Freiheit, sondern das Gefühl, den eigenen Arbeitsalltag stärker gestalten zu können.“

Charlotte Hager, CEO von comrecon brand navigation KG und Co-Autorin der Studie

 

Homeoffice wird als bessere Umgebung für konzentriertes und selbstorganisiertes Arbeiten erlebt.

Für viele der befragten Beschäftigten ist Homeoffice eng mit Ruhe, Konzentration und einer höheren wahrgenommenen Arbeitsqualität verbunden. 71 % der Befragten geben an, sich im Homeoffice besser konzentrieren zu können als im Büro. Gleichzeitig erleben 73 % der befragten Arbeitnehmenden dort weniger Unterbrechungen, während 68 % sagen, dass sie sich im Homeoffice besser organisieren können.

Damit zeigt sich ein klares Muster: Homeoffice wird von vielen der befragten Beschäftigten als Arbeitsumgebung erlebt, die fokussiertes und selbstorganisiertes Arbeiten erleichtert. Die Möglichkeit, den eigenen Arbeitsrhythmus stärker selbst zu bestimmen und äußere Störungen zu reduzieren, schafft aus Sicht der Befragten bessere Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten. Gerade dort, wo längere Phasen der ungestörten Aufmerksamkeit gefragt sind, wird die räumliche Distanz zum Büro offenbar als Vorteil wahrgenommen.

Die psychosemiotische Analyse der offenen Aussagen zeigt dabei einen weiteren Aspekt: Arbeitsqualität wird weniger über das Ergebnis der Arbeit als über den Zustand beschrieben, in dem gearbeitet werden kann. Begriffe wie Ruhe, Fokus, eine angenehme Atmosphäre und weniger Stress prägen die Wahrnehmung guter Arbeit. Homeoffice wird damit zum Raum, in dem Beschäftigte äußere Störungen reduzieren und ihren Arbeitsrhythmus stärker selbst bestimmen können. Gute Arbeit wird aus dieser Perspektive wesentlich über die Bedingungen definiert, die konzentriertes und selbstbestimmtes Arbeiten ermöglichen.

„Wer zu Hause ungestörter arbeiten kann, erlebt Arbeit oft auch als besser machbar. Genau das zeigen die Ergebnisse: Ruhe und die Möglichkeit, den eigenen Arbeitsalltag selbst zu steuern, sind für viele Beschäftigte wichtige Voraussetzungen für gute Arbeit.“

Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG und langjähriger Experte für Mitarbeitendenforschung

Bemerkenswert ist zudem, dass sich bei der wahrgenommenen Konzentrationsfähigkeit keine deutlichen Unterschiede zwischen konzentrierten, kommunikativen und kollaborativen Tätigkeiten zeigen. Der Vorteil des Homeoffice beschränkt sich damit nicht auf besonders konzentrationsintensive Aufgaben, sondern scheint für unterschiedliche Formen der Arbeit relevant zu sein. Entscheidend ist dabei weniger der Arbeitsort selbst als die damit verbundenen Bedingungen: Ruhe, Fokus und die Möglichkeit, die eigene Arbeit selbstbestimmt und störungsärmer zu gestalten, werden von den Beschäftigten als wichtige Voraussetzungen für gute Arbeitsqualität wahrgenommen.

 

Kreativität braucht unterschiedliche Räume.

Ob neue Ideen eher im Büro oder im Homeoffice entstehen, lässt sich anhand der Ergebnisse nicht eindeutig beantworten. Lediglich 30 % der Befragten stimmen der Aussage zu, dass neue Ideen (eher) im Büro als im Homeoffice entstehen. Mit 31 % fällt der Anteil derjenigen, die dieser Aussage (eher) nicht zustimmen, nahezu gleich groß aus. Die größte Gruppe von 39 % der befragten Beschäftigten positioniert sich mit „teils/teils“ in der Mitte.

Die Ergebnisse stellen die verbreitete Vorstellung infrage, Innovation entstehe vor allem durch persönliche Präsenz. Vielmehr deutet sich ein zweistufiges Verständnis kreativer Arbeit an: Ideen benötigen sowohl Phasen individueller Vertiefung als auch soziale Resonanz. Homeoffice kann Raum für konzentriertes Denken schaffen, während persönliche Begegnung spontane Impulse, gemeinsames Verwerfen und Weiterentwickeln ermöglicht. Entscheidend ist damit weniger der „kreativere Ort“ als das Zusammenspiel unterschiedlicher Arbeitsmodi.

„Kreativität braucht nicht den einen richtigen Ort. Gute Ideen entstehen oft im Wechsel: im Homeoffice, wenn Gedanken in Ruhe reifen können, und im persönlichen Austausch, wenn daraus gemeinsam etwas Neues entsteht.“

„Entscheidend ist deshalb nicht Büro oder Homeoffice, sondern der passende Raum für die jeweilige Phase des kreativen Prozesses.“

Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG und langjähriger Experte für Mitarbeitendenforschung

 

Die Angst vor Isolation ist größer als die erlebte Isolation.

Die häufig anzutreffende Annahme, dass eine intensivere Nutzung von Homeoffice zwangsläufig mit einem geringeren Teamgefühl einhergeht, wird durch die vorliegenden Ergebnisse nicht gestützt. Vielmehr zeigt sich bei der Betrachtung der wöchentlichen Homeoffice-Tage kein linearer Zusammenhang zwischen dem Umfang der Homeoffice-Nutzung und der wahrgenommenen Verbundenheit mit dem eigenen Team. Im Gegenteil: Mit zunehmender Anzahl der Homeoffice-Tage nimmt die Zustimmung zur Aussage „Im Homeoffice fühle ich mich weniger mit meinem Team verbunden“ sogar ab. Während 50 % der Befragten mit einem Homeoffice-Tag pro Woche dieser Aussage zustimmen, sind es bei zwei bis drei Homeoffice-Tagen 44 % und bei vier bis fünf Tagen nur noch 36 %.

Damit deutet sich an, dass eine höhere Präsenz im Homeoffice nicht per se mit einer geringeren sozialen Verbundenheit einhergeht. Vielmehr scheint das Teamgefühl von weiteren Faktoren der Zusammenarbeit abhängig zu sein, die über den reinen Arbeitsort hinausgehen. Entscheidend könnte beispielsweise sein, wie Kommunikation, Austausch und gemeinsame Arbeitsprozesse innerhalb eines Teams gestaltet sind.

Interessant ist zudem der Vergleich zwischen den Befragten, die Homeoffice nutzen, und Personen, die nicht im Homeoffice arbeiten. Nicht-Nutzende verbinden Homeoffice deutlich häufiger mit weniger sozialer Verbindung und Isolation, als dies von den tatsächlichen Nutzenden erlebt wird. Während 26 % der Nicht-Nutzenden den Aspekt „weniger soziale Verbindung“ mit Homeoffice verbinden, sind es unter den Homeoffice-Nutzenden lediglich 15 %. Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Thema Isolation aus: 17 % der Nicht-Nutzenden verbinden Homeoffice damit, aber nur 5 % derjenigen, die tatsächlich im Homeoffice arbeiten.

Die Ergebnisse weisen damit auf eine Diskrepanz zwischen erwarteter und tatsächlich erlebter sozialer Verbundenheit hin. Homeoffice wird von Personen ohne eigene Erfahrung offenbar eher mit sozialer Distanz und Isolation assoziiert, während Beschäftigte, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten, diese Aspekte deutlich seltener als prägend wahrnehmen.

Aus psychosemiotischer Perspektive zeigt sich damit, dass Homeoffice nicht allein als räumliche Distanz zum Büro verstanden wird. Vielmehr verändert sich der soziale Kontext der Arbeit: Spontaner Austausch und unmittelbare Begegnungen nehmen zwar ab, gleichzeitig können etablierte Kommunikations- und Zusammenarbeitsformen soziale Verbundenheit auch über räumliche Distanz hinweg aufrechterhalten. Der Umfang der Homeoffice-Nutzung allein erweist sich daher nicht als hinreichender Faktor, um das wahrgenommene Teamgefühl zu erklären.

„Räumliche Distanz und soziale Distanz sind nicht dasselbe. Die Daten legen nahe, dass Zugehörigkeit weniger eine Frage gemeinsamer Quadratmeter als der Qualität von Beziehungen und Zusammenarbeit ist.“

„Teams entstehen nicht allein dadurch, dass Menschen im selben Büro sitzen. Verbundenheit muss gestaltet werden, vor Ort genauso wie digital.“

Charlotte Hager, CEO von comrecon brand navigation KG und Co-Autorin der Studie

 

Gute Arbeit entsteht zwischen Fokus und Resonanz.

Über die einzelnen Ergebnisse hinweg zeigt sich ein grundlegendes Spannungsfeld: Homeoffice stärkt jene Bedingungen, die individuelles Arbeiten unterstützen: Ruhe, Fokus, Selbststeuerung und Eigenverantwortung. Gleichzeitig verändert es jene Prozesse, die aus Arbeit gemeinsames Arbeiten machen: spontanen Austausch, unmittelbare Rückkopplung und soziale Resonanz.

Die zentrale Gestaltungsaufgabe liegt deshalb nicht darin, sich zwischen Individualität und Gemeinschaft zu entscheiden. Gute hybride Arbeit muss beides ermöglichen: Räume für konzentriertes Arbeiten und bewusst gestaltete Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Denken.

„Die zentrale Frage der neuen Arbeitswelt lautet nicht mehr: Büro oder Homeoffice? Sie lautet: Welche Bedingungen braucht welche Form von Arbeit? Fokus und Resonanz sind dabei keine Gegensätze, zwischen denen Unternehmen wählen müssen. Die Aufgabe besteht darin, beide bewusst zu ermöglichen.“

Charlotte Hager, qualitative Marktforscherin und Expertin für psychosemiotische Analysen bei comrecon brand navigation KG

 

 

Die Ergebnisse zeigen: Homeoffice ist weit mehr als ein anderer Arbeitsort. Für viele Beschäftigte bedeutet es mehr Flexibilität, Ruhe und Selbstbestimmung – ohne dass dadurch automatisch Kreativität oder Teamgefühl verloren gehen. Entscheidend ist vielmehr, unterschiedliche Arbeitsbedingungen so zu verbinden, dass sowohl konzentriertes Arbeiten als auch Austausch und Zusammenarbeit möglich sind.

Genau hier setzt die Expertise der Rogator AG an: Mit fundierter Online-Marktforschung, professionellen Mitarbeitendenbefragungen und Kundenfeedback unterstützt die Rogator AG Unternehmen dabei, Erwartungen sichtbar zu machen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und belastbare Entscheidungen zu treffen. So werden aus Daten konkrete Impulse für eine Arbeitswelt, die sowohl den Menschen als auch den Anforderungen des Unternehmens gerecht wird.

 

Hintergrund der Studie: „OpinionTRAIN©“ untersucht im Rahmen von repräsentativen Studien aktuelle Trends und Entwicklungen in der Arbeitswelt. Grundlage der aktuellen Untersuchung ist eine im April 2026 durchgeführte Online-Befragung von 1.026 Beschäftigten im Alter von 18 bis 65 Jahren in Deutschland, die überwiegend einer Schreibtischtätigkeit nachgehen.
Ergänzend zur quantitativen Auswertung wurden die offenen Antworten in einer psychosemiotischen Tiefenanalyse mittels qualitativer Codierung, psychologischer Interpretation und semiotischer Verdichtung untersucht. OpinionTRAIN© ist eine eingetragene Marke der Rogator AG.