Homeoffice: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit | Teil 1: Hybride Arbeit setzt sich durch
Hybride Arbeit setzt sich durch: Warum Beschäftigte die Mischung aus Büro und Homeoffice als ideales Arbeitsmodell sehen.
Die Zukunft der Arbeit ist weder Büro noch Homeoffice: 69 % der Befragten bevorzugen ein hybrides Arbeitsmodell gegenüber vollständiger Büro- oder Remote-Arbeit / Die Zustimmung ist besonders hoch bei befragten Arbeitnehmenden, die bereits das hybride Modell nutzen (1-3 Tage Homeoffice pro Woche) / Je höher der Remote-Anteil (4-5 Tage), desto größer ist die Präferenz für Remote-Arbeit / Der Wunsch nach Homeoffice bleibt unabhängig von Wohn- und Arbeitssituation hoch / 44 % der befragten Beschäftigten gehen davon aus, dass der Anteil an Homeoffice in den nächsten 10 Jahren steigen wird.
Wie sieht die Arbeitswelt von morgen aus? Die Antwort liegt für viele Beschäftigte weder ausschließlich im Büro noch im Homeoffice. Eine aktuelle Studie von der Rogator AG in Kooperation mit comrecon brand navigation KG zeigt, dass hybride Arbeitsmodelle zunehmend als ideale Lösung wahrgenommen werden. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass diese Einschätzung weitgehend unabhängig von den Rahmenbedingungen im Homeoffice ist – etwa davon, ob ein eigenes Arbeitszimmer vorhanden ist oder ob Beschäftigte mit anderen Erwachsenen, Kindern oder Haustieren zusammenleben. Eine Ausnahme bilden Personen, die bereits heute nahezu ausschließlich remote arbeiten: Sie sehen das hybride Arbeitsmodell deutlich seltener als das Arbeitsmodell der Zukunft.
„Unternehmen stehen heute weniger vor der Frage, ob Homeoffice möglich ist, sondern wie sie das Zusammenspiel von Präsenz und Remote-Arbeit sinnvoll gestalten.“
„Unsere Daten zeigen sehr deutlich, dass Beschäftigte diese Entscheidung nicht als Entweder-oder verstehen. Entscheidend wird deshalb sein, Arbeitsmodelle zu schaffen, die sowohl konzentriertes Arbeiten als auch wirksame Zusammenarbeit ermöglichen.“
Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG und Co-Autor der Studie OpinionTRAIN©
Die Ergebnisse der Studie im Überblick:
KEY FINDINGS
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Hybride Arbeit ist das bevorzugte Arbeitsmodell
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Der passende Arbeitsort hängt stärker von Aufgabe und Arbeitserfahrung als vom Wohnsetting ab
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Homeoffice verändert die Bedeutung von Arbeit: mehr Fokus und Autonomie, weniger spontane Resonanz
Die Mehrheit der befragten Beschäftigten bevorzugt ein hybrides Arbeitsmodell gegenüber vollständiger Büro- oder Remote-Arbeit.
Die Befragung zeigt eine deutliche Präferenz für das hybride Arbeitsmodell. Von den befragten Beschäftigten, die zum Zeitpunkt der Erhebung bereits im Homeoffice arbeiteten, stimmten 69 % der Aussage „Hybride Arbeit (Mischung aus Büro und Homeoffice) ist für mich das beste Arbeitsmodell.“ zu oder eher zu. Berücksichtigt wurden ausschließlich Personen, die aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen das Arbeiten im Büro und/oder im Homeoffice beurteilen konnten.
Die hohe Zustimmung verdeutlicht, dass sich die Kombination aus Präsenzarbeit und Homeoffice für viele Befragte als bevorzugte Form der Arbeitsorganisation etabliert hat. Während der persönliche Austausch und die Zusammenarbeit im Büro weiterhin geschätzt werden, bietet das Homeoffice gleichzeitig die gewünschte Flexibilität im Arbeitsalltag. Das hybride Modell verbindet damit die Vorteile beider Arbeitsformen und entspricht den Erwartungen eines Großteils der Befragten.
Wer hybrid arbeitet, bevorzugt auch das hybride Arbeitsmodell.
Die Zustimmung zum hybriden Arbeitsmodell fällt besonders hoch bei den befragten Beschäftigten aus, die bereits ein bis drei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten. In dieser Gruppe stimmen 78 % der Aussage „Hybride Arbeit (Mischung aus Büro und Homeoffice) ist für mich das beste Arbeitsmodell.“ zu oder eher zu. Deutlich geringer ist die Zustimmung hingegen bei den befragten Arbeitnehmenden, die überwiegend remote arbeiten und vier bis fünf Tage pro Woche im Homeoffice verbringen: Hier befürworten lediglich 33 % das hybride Arbeitsmodell.
Die Ergebnisse legen nahe, dass das hybride Arbeitsmodell vor allem dort überzeugt, wo es bereits in einem ausgewogenen Verhältnis von Büro- und Homeoffice-Tagen gelebt wird. Die Bewertung zukünftiger Arbeitsmodelle ist eng mit der eigenen Arbeitspraxis verbunden: Wer bereits hybrid arbeitet, bewertet dieses Modell besonders häufig positiv. Befragte, die hingegen nahezu ausschließlich remote arbeiten, bewerten diese Arbeitsform deutlich zurückhaltender. Damit zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen der individuellen Arbeitspraxis und der Präferenz für das hybride Arbeiten.
Die Akzeptanz hybrider Arbeit ist weitgehend unabhängig von den Wohn- und Familienverhältnissen.
Bemerkenswert ist weniger, dass unterschiedliche Wohnsituationen keinen starken Unterschied erzeugen. Vielmehr deutet die Stabilität der Präferenz darauf hin, dass hybrides Arbeiten offenbar ein grundlegenderes Bedürfnis adressiert: die Möglichkeit, Arbeitsort und Lebenssituation flexibler aufeinander abzustimmen.
Auffällig ist zudem, dass befragte Beschäftigte ohne eigenes Arbeitszimmer sowie Befragte mit Kindern oder Haustieren im Haushalt der Aussage „Hybride Arbeit (Mischung aus Büro und Homeoffice) ist für mich das beste Arbeitsmodell.“ tendenziell sogar etwas häufiger zustimmen als die jeweiligen Vergleichsgruppen. Die Unterschiede sind zwar nicht stark ausgeprägt, zeigen jedoch, dass hybride Arbeit nicht nur unter vermeintlich idealen häuslichen Bedingungen auf Zustimmung stößt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Präferenz für hybrides Arbeiten weniger von den konkreten Wohn- und Familienverhältnissen abhängt als häufig angenommen wird. Vielmehr wird die Kombination aus Präsenzarbeit und Homeoffice offenbar von vielen Befragten als flexible Arbeitsform wahrgenommen, die sich auch in unterschiedlichen Lebenssituationen bewährt.
Flexibilität und persönlicher Austausch machen hybrides Arbeiten attraktiv.
Welche Aspekte sprechen aus Sicht der befragten Beschäftigten für hybrides Arbeiten und welche dagegen? Diese Frage wurde im Rahmen der Befragung offen gestellt. Am häufigsten nannten die Befragten die gewonnene Flexibilität als größten Vorteil des hybriden Arbeitsmodells. Ebenfalls vielfach hervorgehoben wurde die Möglichkeit, die Vorteile des Homeoffice mit dem persönlichen Austausch im Büro zu verbinden. Viele Teilnehmende schätzen, dass sie trotz ortsunabhängigen Arbeitens den direkten Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen sowie die Zusammenarbeit vor Ort aufrechterhalten können.
Als häufigster Nachteil wurde der zusätzliche Pendelaufwand genannt, der durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Homeoffice und Büro entstehen kann. Neben den damit verbundenen Zeit- und Kostenaspekten wurde vereinzelt auch darauf hingewiesen, dass hybrides Arbeiten (je nach individueller Arbeitssituation) zu weniger persönlichem Austausch führen kann als das derzeit praktizierte Arbeitsmodell.
Die Antworten zeigen, dass die befragten Beschäftigten hybrides Arbeiten vor allem als Möglichkeit sehen, Flexibilität und Zusammenarbeit miteinander zu verbinden. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass der organisatorische Mehraufwand und der Umfang persönlicher Kontakte für viele eine wichtige Rolle bei der Bewertung des Arbeitsmodells spielen.
Die psychosemiotische Analyse der offenen Nennungen zeigt darüber hinaus: Das hybride Modell wird nicht als bloßer Kompromiss erlebt, sondern als Möglichkeit, unterschiedliche Arbeitsbedürfnisse situativ miteinander zu verbinden. Den beiden Arbeitsorten werden unterschiedliche Funktionen zugewiesen.
Homeoffice verändert mehr als den Arbeitsort. Es ist längst kein Organisationsthema mehr, sondern ein gesellschaftliches.
Die Abschlussfrage bestätigt, dass die zentralen Vor- und Nachteile des Homeoffice im Fragebogen weitgehend erfasst wurden. Rund sieben von zehn Befragten nennen keine weiteren Aspekte. Die ergänzenden Aussagen zeigen jedoch, dass Homeoffice über die konkrete Arbeitsorganisation hinaus tief in die Lebensgestaltung eingreift.
Besonders deutlich wird dies beim Wegfall des Arbeitsweges, der nicht nur als Zeit- und Kostenersparnis, sondern als Rückgewinnung von Lebenszeit und Energie erlebt wird. Gleichzeitig rücken Gesundheit, berufliche Teilhabe und die unterschiedlichen räumlichen Voraussetzungen zu Hause stärker in den Vordergrund.
Die Attraktivität des Homeoffice wird auch zum Spiegel der Büroqualität: Wo Büro vor allem mit Lärm, Unterbrechung und fehlendem Rückzug verbunden wird, steigt der Wert des Homeoffice als Schutz- und Fokusraum.
Homeoffice ist nicht nur ein Arbeitsmodell, sondern Ausdruck einer umfassenderen Neuverhandlung von Zeit, Gesundheit, Teilhabe und dem Verhältnis zwischen Beschäftigten und Organisation.
Von der Anwesenheitskultur zur Aufgabenkultur.
Die Ergebnisse zeigen einen grundlegenden Perspektivwechsel. Beschäftigte bewerten Arbeit nicht mehr primär danach, wo sie stattfindet, sondern danach, welcher Arbeitsort die jeweilige Aufgabe bestmöglich unterstützt. Damit verliert die klassische Anwesenheitskultur an Bedeutung. An ihre Stelle tritt eine Aufgabenkultur, in der Fokus, Zusammenarbeit und Flexibilität je nach Tätigkeit bewusst miteinander kombiniert werden.
Die psychosemiotische Analyse macht deutlich, dass Beschäftigte den beiden Arbeitsorten unterschiedliche Funktionen zuweisen. Das Homeoffice steht für konzentriertes Arbeiten, Selbststeuerung und Effizienz. Das Büro wird dagegen als Ort des Austauschs, der Zusammenarbeit und der sozialen Einbindung verstanden.
Für Unternehmen bedeutet das: Hybrides Arbeiten entfaltet seinen Mehrwert nicht allein durch die Anzahl der Homeoffice-Tage. Entscheidend ist, dass Aufgaben, Arbeitsorte und Präsenz sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.
Drei Gestaltungsprinzipien zeichnen sich dabei besonders deutlich ab:
- Aufgabenorientierung statt Anwesenheitslogik: Nicht jede Tätigkeit benötigt denselben Arbeitsort. Konzentrierte Einzelarbeit und gemeinsame Entwicklungs- oder Abstimmungsprozesse stellen unterschiedliche Anforderungen an die Arbeitsumgebung.
- Synchronisierte Präsenz statt zufälliger Anwesenheit: Persönlicher Austausch entsteht nur dann, wenn Kolleginnen und Kollegen tatsächlich gemeinsam vor Ort sind. Präsenz gewinnt ihren Wert durch Begegnung, nicht durch bloße Anwesenheit.
- Vertrauen statt Sichtbarkeit: Hybrides Arbeiten setzt eine Führungskultur voraus, in der Leistung über Ergebnisse und Zusammenarbeit bewertet wird – nicht über physische Präsenz.
Die Zukunft der Arbeit wird hybrid gedacht.
Aus Sicht vieler Befragten wird Homeoffice auch in Zukunft ein fester Bestandteil der Arbeitswelt bleiben. 44 % der befragten Homeoffice-Nutzerinnen und -Nutzer gehen davon aus, dass der Anteil von Homeoffice und Remote-Arbeit in den nächsten zehn Jahren weiter steigen wird. Weitere 35 % erwarten, dass sich der Anteil auf dem heutigen Niveau stabilisiert. Lediglich 9 % rechnen damit, dass Arbeit künftig vollständig im Homeoffice oder remote stattfinden wird.
Insgesamt zeichnen die Ergebnisse das Bild einer Arbeitswelt, in der konzentriertes Arbeiten und persönlicher Austausch nicht als Gegensätze verstanden werden. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass Beschäftigte beide Arbeitsformen künftig miteinander verbinden möchten – mit dem Homeoffice als Ort für fokussiertes Arbeiten und dem Büro als Raum für Zusammenarbeit und persönlichen Austausch.
Die Ergebnisse zeigen: Die Zukunft der Arbeit ist weder eine vollständige Rückkehr ins Büro noch eine Verlagerung ins Homeoffice. Entscheidend ist vielmehr, Arbeitsmodelle konsequent an den Bedürfnissen von Beschäftigten und den Anforderungen der jeweiligen Aufgaben auszurichten.
Genau hier setzt die Expertise der Rogator AG an: Mit fundierter Online-Marktforschung, professionellen Mitarbeitendenbefragungen und Kundenfeedback unterstützt die Rogator AG Unternehmen dabei, Erwartungen sichtbar zu machen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und belastbare Entscheidungen zu treffen. So werden aus Daten konkrete Impulse für eine Arbeitswelt, die sowohl den Menschen als auch den Anforderungen des Unternehmens gerecht wird.

