Die drei goldenen Regeln der Fragebogenentwicklung

Fragebogen erstellen Regeln

 

1. Befragungsziele beachten


Beim Erstellen eines Fragebogens ist es sinnvoll, zuerst einen Plan zu entwerfen und diesem zu folgen. Ein Brainstorming, wie es einem vielleicht in den Sinn kommt, ist hier eher kontraproduktiv. Denn dieses liefert Detailfragen, die womöglich interessant sind, aber nicht unbedingt zur Beantwortung der übergeordneten Forschungsfragen beitragen.

Man sollte sich also auf grundlegende Forschungsfragen verständigen und diese die ganze Zeit über im Blick behalten. Hilfreich ist ein Selbsttest: Wenn man sich bei jeder Frage befragt, warum man genau das wissen möchte und welchen praktischen Nutzen das mögliche Ergebnis hat, kommt man womöglich zu erstaunlichen Ergebnissen. Ein „nice to know“ ist in aller Regel zu wenig, um eine Frage tatsächlich in den finalen Fragekatalog aufzunehmen. Nicht selten sind es auch die eher langweilig klingenden Fragen, die die wichtigsten Erkenntnisse versprechen und liefern.

Zentrale Fragen:

  • Kann ich meine Befragungsziele mit den Antworten auf meine Fragen erreichen?
  • Wie genau kann ich die Antworten und Zahlen verwenden, die ich auf Grundlage meiner Fragen erhalten werde?


2. Sich in die Teilnehmerrolle versetzen


Ein Wechsel der Perspektive verschafft oft neue Blickwinkel: Versetzen Sie sich in die Rolle eines Umfrageteilnehmers und beobachten Sie, wie sie selbst auf die Befragung reagieren. Sind die Fragen verständlich? Ist der Aufbau des Fragebogens übersichtlich? Geht mittendrin die Motivation verloren?

All diese Beobachtungen sind wichtige Hinweise darauf, dass der Fragebogen optimiert werden sollte. Es gibt wichtige Erkenntnisse aus der Online-Marktforschung zur Teilnehmermotivation, die auf jede Art von Befragung zutreffen:

  • Teilnehmer lieben Abwechslung: Statt beispielsweise immer nur Matrixfragen anzubieten, ist es sinnvoll, hin und wieder Texteingaben oder auch einfache Rankingfrageneinzustreuen, vorausgesetzt natürlich, dies dient dem Untersuchungszweck. Denn die Motivation, einen eintönigen Fragebogen bis zum Ende auszufüllen, ist eher gering. Wichtig: zu viel Abwechslung ist auch wieder schlecht – verwenden Sie zum Beispiel nicht zig verschiedene Skalentypen in einer Befragung, das könnte die Teilnehmer verwirren.
  • Teilnehmer schätzen Struktur, d.h. die Dramaturgie des Fragebogens sollte übersichtlich und verständlich sein. Dazu gehört inhaltliche Struktur ebenso wie ein passendes Layout, das ohne ablenkende Elemente auskommen sollte. Erfolgreich ist ein intelligenter Mix zwischen einem durchdacht strukturierten Aufbau und abwechslungsreichen Fragen.
  • Teilnehmer wollen wenig lesen: Die volle Aufmerksamkeit eines Umfrageteilnehmers ist heutzutage eher selten. Knappe und präzise Formulierungen sind daher bei jedem Fragebogen angeraten. Das betrifft vor allem auch Teilnahmen mit mobilen Geräten. Verzichten Sie auf umfangreiche Instruktionen, falls sie nicht unbedingt nötig sind. Bedenken Sie, dass Teilnehmer die Texte meist nur so weit lesen, bis sie den Inhalt verstanden glauben.
  • Teilnehmer wollen gefragt werden, was sie sagen möchten: Umfrageteilnehmer haben oft etwas Bestimmtes auf dem Herzen, wenn sie an einer Umfrage teilnehmen. Idealerweise werden in der Umfrage auch passende Fragen gestellt, mit deren Antworten sie ihre Botschaft mitteilen können. Wenn unklar ist, wozu die Teilnehmer gern Stellung beziehen möchten, können auch Freitextfelder helfen.
  • Teilnehmer mögen Effizienz und Kontrolle, d.h. es ist eher ungünstig, im Grunde einfache Fakten mit umfangreichen Fragebatterien abzuarbeiten. Ein Teilnehmer empfindet es als Wertschätzung, wenn der Fragebogenersteller ihn durch eine möglichst effiziente Fragetechnik elegant durch die Umfrage führt und per Filterführung irrelevante Fragen und Items ausblendet. Das Ziel lautet nicht immer „möglichst wenige Fragen“, sondern eher „möglichst wenig kognitiver Aufwand pro Thema“.

 

3. Mobile first anwenden


Die Strategie „Mobile first“ bedeutet, dass Website-Inhalte von Anfang an so konzipiert werden, dass sie auf mobilen Geräten wie Smartphones optimal dargestellt werden. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sich auch bei der Anwendung auf einem Laptop oder Desktop-Computer eine nutzerfreundliche Bedienung ergibt. Diese Strategie lässt sich auch auf die Erstellung von Fragebögen anwenden.

Bei der inhaltlichen Darstellung ist es beispielsweise üblich, keine oder nur eine kurze Einstiegsseite zu verwenden und allgemein wenig Text einzusetzen. Offene Fragen sind sparsam einzusetzen, ebenso wuchtige Matrixfragen. Die Gesamtlänge des Fragebogens sollte überschaubar sein. Diese Vorgaben sind zum einen der Situation geschuldet – Umfrage-Teilnahmen per Smartphone finden oft von unterwegs statt –, zum anderen den möglicherweise langen oder datenaufwändigen Ladezeiten per Mobilgerät.

Die besagte Optimierung findet auch immer in optisch-technologischer Hinsicht statt: Wenige Grafiken sind gut – siehe die besagte Ladezeit –, wenig Scrollen ebenso und wenn, dann nur in horizontaler Richtung. Die Eingabeoptionen sollten groß und übersichtlich gestaltet sein, d.h. zwei Antwortoptionen sollten mit genügend Abstand angeordnet sein, damit nicht versehentlich die falsche ausgewählt wird. Überhaupt ist es empfehlenswert, den Fragebogen so intuitiv wie möglich zu gestalten, um die Teilnahme schnell und unkompliziert zu ermöglichen. D.h. ein Teilnehmer sollte im Idealfall sofort bei Betrachten einer Frage erkennen, was von ihm erwartet wird.


Fazit: Der Fragebogen ist das A&O


Es lohnt sich, bei einer Befragung genügend Zeit dafür einzuplanen, den Fragebogen zu erstellen, denn damit kann die Motivation der Teilnehmer entscheidend gelenkt werden. Ebenso wichtig ist es sicherzustellen, dass man tatsächlich die Antworten bekommt, die das Unternehmen weiterbringen. Wer die goldenen Regeln bei der Erstellung des Fragebogens berücksichtigt, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Umfrage.

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