Risiken, Vorteile und Nachteile der 360-Grad-Beurteilung

Die große Beliebtheit des 360-Grad-Feedbacks liegt sicherlich in seinen offensichtlichen Stärken begründet, wobei eventuelle Risiken und Nachteile nicht unbeachtet bleiben sollten:

Multiperspektivität als Grundpfeiler der 360-Grad-Beurteilung

Widmen wir uns zunächst den Vorteilen dieses Befragungsdesigns, die sich insbesondere aus dessen Grundpfeiler, der Multiperspektivität, ableiten lassen. Zum einen wird der Beurteilung des Feedbacknehmers eine höhere Objektivität als bei herkömmlichen Top-Down oder Bottom-Up Befragungen zugesprochen, weil es sich aus verschiedenen Blickwinkeln zusammensetzt. Die Kompetenzen des Feedbacknehmers werden somit nicht nur punktuell, sondern als Gesamtbild erfasst und an unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Feedbackgeber gemessen.
Im Vergleich dieser gruppenbezogenen Feedbacks wird deutlich, ob gewisse Fähigkeiten situationsbedingt, also im Zusammenspiel mit bestimmten Bezugsgruppen auftreten und dementsprechend nicht voll ausgeschöpft werden.

Ebenso erhält der Beurteilte durch die Gegenüberstellung von Selbstfeedback und Fremdfeedback einen Einblick in verborgene Stärken und Schwächen, die dessen Selbstreflexion unterstützen und wichtige Ansatzpunkte für gezielte Weiterentwicklungsmaßnahmen darstellen.

Coaching im Anschluss an die 360-Grad-Beurteilung

An diesem Punkt ist anzumerken, dass das alleinige Einholen von Feedbacks zu kurz greift. Der Feedbacknehmer sollte nicht mit den Ergebnissen der Befragung alleine gelassen werden, sondern durch professionelles Coaching unterstützt werden, um eventuelle Veränderungsprozesse einzuleiten. Häufig wird hierbei zu viel Augenmerk auf die Schwächen gelegt, während Stärken unberücksichtigt bleiben.

Information im Vorfeld der 360-Grad-Beurteilung

Des Weiteren ist es wichtig die Belegschaft im Vorfeld der Befragung über Sinn und Zweck der 360-Grad-Beurteilung zu informieren. Dies hat unter anderem den Hintergrund, dem Missbrauch des Instruments zum Ausfechten interner Fehden entgegenzuwirken. Aufkochende Emotionen bei Feedbackgebern und Feedbacknehmern sind in diesem Sinne hinderlich.

Letztendlich wird nochmals darauf hingewiesen, dass sich die 360-Grad-Beurteilung vor allem als ein Tool eignet, mit dem Weiterentwicklungspotenziale von Führungskräften ausgeleuchtet werden können. Es sollte daher keinesfalls zu einem Vergleichsinstrument für Personalentscheidungen verkommen.

Zurück

Auszug Kundenliste

weitere Referenzen »